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Was ist eigentlich Lärm?

Unsere Augen können wir einfach schließen. Das geht mit unseren Ohren leider nicht. Unsere Ohren empfangen rund um die Uhr (auch im Schlaf) Schallwellen. Wir können unseren Umgebungsgeräuschen nicht aus dem Weg gehen. Lärm ist lauter, unerwünschter Schall. Erholung, Kommunikation und Alltagsaktivitäten werden beeinträchtigt.


Ab wann ist Lärm gesundheitsschädlich?

Lärm ist nach der Luftverschmutzung das zweitgrößte Gesundheitsrisiko. Lärm ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern eine echte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Lärmwerte ab 55 dB(A) Dauerbelastung beeinträchtigen die Gesundheit. Die WHO (Weltgesunheitsorganisation) empfiehlt einen Tagespegel von 55dB(A) nicht zu überschreiten.

(Quelle: WHO-Studie 2011)


Wie wirkt Lärm auf den Menschen?

Die Ohren sind evolutionsbedingt ein Frühwarnsystem für unseren Körper. Sie empfangen rund um die Uhr (auch im Schlaf) Schallwellen. Diese werden verarbeitet und an das Gehirn gesendet, wo sie bewertet werden. Das Resultat ist, dass der Körper Stresshormone ausschüttet. Damit wird der Körper in "Hab-Acht-Stellung" versetzt und unser Herz schlägt schneller. Was in unserer Evolution sinnvoll war, ist heute schädlich. Weil wir nicht "weglaufen", werden die ausgeschütteten Stresshormone nicht abgebaut. Das hat zur Folge, dass unser Herz-Kreislauf-System und die Blutgefäße angegriffen werden.


Wie wirkt Lärm auf den Körper?

Da die Stresshormone nicht abgebaut werden, steigt das Risiko überproportional für

- Schlaganfälle

- Bluthochdruck

- Herzinfarkt

Etwa 4.000 Herzinfarkte können jedes Jahr in Deutschland allein auf Straßenlärm zurückgeführt werden. (Quelle: Helmholtz Zentrum München)

Dauernder Verkehrslärm reduziert die zu erwartende Lebenszeit im Schnitt um 3 Jahre. (Quelle: WHO-Studie 2011)

 


Wie wirkt Lärm auf die Psyche?

Dauernde Lärmbelastungen, wie sie im Verkehrslärm vorhanden sind, führen zu Schlafstörungen. Auch wenn wir es selbst nicht merken, werden wir aus der erholsamen Tiefschlafphase geholt. Diese gestörte Schlafstruktur führt zur Ermüdung und überhöter Reizbarkeit bis zur Aggression. Unsere Leistungsfähigkeit läßt nach. Einige Menschen reagieren mit Hilflosigkeit. Das kann zu Depressionen führen.


Wie wirkt Lärm auf Kinder?

Durch den nicht erholsamen Schlaf wirkt dauernder Lärm auf unsere Kinder. Die Lernfähigkeit und die Gedächtnisfunktion verschlechtern sich.

(Quelle: Helmholtz Zentrum München)


Kann man sich an Lärm gewöhnen?

Wenn Betroffene den Lärm nicht bewusst wahrnehmen oder nicht als störend empfinden – z. B. im Schlaf – sind sie dem Risiko ebenfalls ausgesetzt. Lärm löst Stressreaktionen aus. Hormone wie Adrenalin und Cortisol werden verstärkt gebildet. Das erhöht wiederum den Blutdruck und die Herzfrequenz. Man kann sich an Lärm nicht gewöhnen!


Wer ist von (Verkehrs-) Lärm betroffen?

80% alle Bürger sind in irgendeiner Weise von Lärm betroffen,

50% der Bürger sind von Straßenlärm betroffen,

30% der Bürger sind von Schienenlärm betroffen,

20% der Bürger sind von Fluglärm betroffen,

(Quelle: Umweltbundesamt 2012)


Wie ist die Gesetzeslage?

Das Grundgesetzt schreibt Folgendes im Artikel 2 (Absatz 2) fest: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Aus diesem leitet sich ab, dass der Staat die Aufgabe hat, seine Bürger vor Gesundheitsgefahren zu schützen. Zur Umsetzung dieses Grundrechtes werden Gesetze und Verordnungen geschaffen. Beim Verkehrslärm sind dies u. a. die 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImschV) und das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG).

Hier besteht jedoch das Problem, dass diese Verordnungen und Gesetze ausschließlich auf Neubaustrecken Anwendung finden. Dafür gibt es festgeschriebene Lärmobergrenzen. In der Praxis sind allerdings über 90% der Verkehrswege Bestandsstrecken. Hier greifen diese Lärmobergrenzen nicht. Durch diesen fehlenden gesetzlichen Anspruch, ist das Recht von Millionen von Bürgern auf Gesundheitsschutz nach dem Grundgesetz nicht umgesetzt.


Was ändert die Politik?

Seit Jahrzehnten gibt es auf Bundes- und Landesebene Bestrebungen die Lärmrichtwerte zu Gunsten der Bürger weiter nach unten zu senken. Davon profitieren weiterhin nur die Neubaustrecken. Gesetzliche Änderungen für Bestandsstrecken (ca. 90%) gibt es weiterhin nicht. Hier agiert die Politik mit wenigen freiwilligen Lärmminderungsprogrammen sehr verhalten. Diese stellen nur ein Tropfen auf den heißen Stein dar. Die Politik hat die Möglichkeit, durch gezielte Investitionen das Lärmproblem an der Quelle zu reduzieren. Seit 2000 wurde dazu von der Politik sehr viel versprochen. Bis heute sind keine messbaren Resultate erkennbar.


Was kann getan werden?

Die ersten kleinen Schritte sind gemacht. Lärm wird als gesundheitsschädliche Umwelteinwirkung von der Politik wahrgenommen. Ein politischer Wille ist durch aktive Handlungen nicht feststellbar. Es kann festgestellt werden, dass nur durch massive Bürgerprotest die ersten Steine ins Rollen kamen. Noch immer aber bestimmen Lobbyisten und ihre wirtschaftlichen Ziele und Interessen die Grenzen dessen, was an Lärm dem Bürger zumutbar ist. In diesem Sinne nehmen sie Einfluss auf die Politik.

Wir Bürger können daher nur selbst aktiv werden. Nur wir können das Thema Verkehrslärm allen Beteiligten (Politik, Bürger, Wirtschaft) näher bringen und die hohe Betroffenheit mit allen gesundheitsschädlichen Auswirkungen bewußt machen. Um die Politik zum Handeln zu bewegen, stehen uns Bürgern verschiedenen demokratische Wege und Mittel zur Verfügung. Die Bildung von Gruppen in Form von Bürgerinitiativen verstärkt die lokale Betroffenheit. Petitionen an die Politik verdeutlichen die Probleme der Bürger und rufen die Politik zum Handeln auf.

 

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Fordern Sie die Politik zum Handeln auf! Unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift die Petition von 10 Bürgerinitiativen. Diese bündelt gemeinsame Interessen in Sachsen.

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